Bewusst fotografieren - Die Kunst der Fotografie

Es gibt viele Gründe, wegen denen man Fotos macht. Manche dokumentieren Ereignisse in ihrem Leben, manche möchten Reaktionen beim Betrachter auslösen.

Ich hingegen möchte das, was ich fotografiere, so zeigen wie es wirklich ist. Ich versuche alles so schön und ehrlich wie möglich zu darzustellen. Dazu gehört es auch, dass ich meine Fotos nicht übermäßig stark nachbearbeiten möchte.

Was macht meine Fotos so besonders?

Natur ist für mich immer etwas schönes. Doch nicht nur das! Für mich hat Fotografie in der Natur etwas sehr beruhigendes. Besonders die Insekten haben es mir - wie dir im Verlauf des Artikels sicher noch auffallen wird - angetan.

Sie sind die natürlichsten Poser, die ich bisher gesehen habe - und wie bei vielen meiner Models - macht es auch sehr viel Spaß sie einfach nur zu beobachten.

Sehen lernen

Meine Naturfotos entstehen oft ohne große Vorausplanung und eher zufällig, aber auf alle Fälle nicht nebenbei.

Gerade bei den Wespen - die bei uns verbreitete gemeine Wespe hat den Namen ja nicht unbegründet - hat es über ein Jahr Versuch und Irrtum gebraucht, bis dass ein gutes Foto entstanden ist.

Ein großer Tipp von mir ist, sich für die Fotografie ausreichend viel Zeit zu nehmen um sein Model - ob Insekt, Mensch, Gebäude oder Blume ist - so wahrzunehmen zu können, wie es wirklich ist. Zeit nehmen es als das zu sehen, was es auch sein kann und nicht dem ersten Eindruck nachzugeben. Oft kann man die wahre Schönheit erst auf dem zweiten Blick sehen.

Gerade bei Lebewesen ist es interessant sich die Zeit zu nehmen und ihr verhalten zu studieren. Dabei versuche ich mich auf folgende Aspekte zu konzentrieren:

  • Was schaut gut aus?
  • Was macht es oft?
  • Was ist für das Model ungewöhnlich?

Oft hilft es andere Blickwinkel anzunehmen und den Betrachter in eine Wirklichkeit mitzunehmen, die für ihn bis dato noch nicht existiert hat.

Beispiele

Doch was versuche ich damit eigentlich zu sagen? Ich hoffe, dass es mit folgenden Beispielen gut zu verstehen ist, was ich mit den drei Fragen weiter oben gemeint habe:

  • Eine Libelle kommt oft zu einem "Aussichtspunkt" während ihre Jagd zurück, wo sie dann auch in Ruhe ihre Beute verspeist
  • Beim Essen eines Fangs kommt der Fang einer Libelle aus dem Mund raus - im richtigen Moment scheint eine Libelle daher zu lächeln!
  • Eine Biene streicht sich mit den Fühlern über die Augen bevor sie wegfliegt
  • Ein Vogel scheidet kurz vor dem Abflug oft Kot aus
  • Ein Feldhase erstarrt und hofft nicht gesehen zu werden, anstatt zu flüchten
  • Schmetterlinge sind sehr lichtempfindlich: Sie flüchten sehr schnell, wenn man Schatten auf sie wirft
  • Katzen können fasziniert von einer Kamera sein, Hunde interessiert die Kamera aber oft nicht und müssen anders motiviert werden
  • Man kann sich einer Biene auf 3cm Abstand zwischen Objektiv und Biene nähern, ohne dass die Biene weg fliegt

Und noch ein paar Sachen bei Menschen:

  • Solange sich eine Person Gedanken macht, wie sie am Foto aussieht, wird das Foto verkrampft wirken
  • Solange eine Person dem Fotografen nicht vertraut, werden die Fotos nicht gut
  • Paare haben Rituale: Diese sollte der Fotograf kennen, um dann entsprechend reagieren zu können. Das werden die Fotos sein, die dem Paar am besten gefallen

Bewusst fotografieren - Sehen lernen und nicht einfach drauf losknipsen

Bewusst fotografieren bedeutet für mich - wie schon weiter oben erwähnt - genau hinzusehen und nach einer anderen Realität zu suchen.

  • Ich interessiere mich für mein Model.
  • Ich möchte mein Model auf besondere Weise darstellen
  • Ich möchte den Betrachter auch in eine Realität einladen, die er noch nie gesehen hat
  • Ich möchte die Augen öffnen und nicht immer nur meinem ersten Eindruck vertrauen
  • Ich möchte Bilder erschaffen, wo man sich nur WOW denkt.

  • Ich möchte bei all dem bewusst fotografieren und dabei ganz genau hinschauen.
  • Ich möchte nicht nur ein Foto einer Biene haben(in dem Fall mit der Ausnahme des späten Winters, wo ich das erste Bienenfoto des Jahres mache - da zählt für mich "ich hab eine Biene gesehen" mehr ;) ), sondern ein besonderes Bienenfoto, das im besten Falle in Erinnerung bleibt.

Nehmen wir im folgenden nun ausnahmsweise kein Insekt als Beispiel (ein Grashüpfer Foto kommt sicherlich auch noch vor in diesem Beispiel), sondern ein Shooting mit Menschen, genauer: Ich als männlicher Fotograf mache ein Bikini-Fotoshooting.

Natürlich gibt es hier wieder Vorurteile und wenn ich die Fotografie als Kunstform sehe, so ist das mehr eine Herausforderung.

Für mich ist es gerade bei solchen Shootings wichtig das Model und was es ausmacht als ganzes anzusehen. Es ist wichtig sich damit auseinander zu setzen, was man eventuell noch am Outfit oder an der Pose verändern sollte, bevor man auch nur ein einziges Foto macht. Und dafür ist es, wie oben beschrieben, äußerst wichtig herauszufinden was an der Person besonders ist.

Es lohnt sich meist genauer hinzusehen und nicht einfach anzufangen Fotos zu machen.

Es lohnt sich dafür zu sorgen, dass sich das Model wohl fühlt.

Wie bei jeder anderen Art der Personenfotografie, wird das Model vor meiner Kamera posen und ich werde mein bestes geben um tolle Fotos zu erstellen.

Bewusst die Person zu dirigieren und den idealen Moment herauszufinden, wo sich die Person am besten präsentiert.

Aber auch nach Kritik an den Fotos während eines Shootings fragen ist unheimlich wichtig - die Person weiß ja am besten selbst, ob das Foto ihr gefällt.

Und wenn ich mich darauf konzentriere bewusst Fotos zu machen ist das sehr anstrengend.

Für was bzw. wen mache ich Bilder?

Ich liebe es Bilder der Natur zu machen, weil ich hier die Bilder nur für mich mache.

Ich kann aussortieren, wie ich will - natürlich gibt es dann auch Tage, wo Mal nichts dabei ist. Aber das ist völlig normal. Leider ist es oft so, dass man erst daheim am PC seine Fehler erkennt.

Zum Glück gibt es kaum Ereignisse, bei denen es nicht möglich ist eine Aufnahme zu wiederholen. Diese Webseite gibt es nur aus einem Grund: Euch die besten Bilder zu zeigen, die ich gemacht habe.

Es ist meine Art mich auszudrücken und es freut mich (besonders bei Insekten) zu hören, dass man das Tier so noch nie gesehen hat. Oder dass man nicht genau erkennen kann, was das eigentlich ist, was man hier sieht, obwohl man es bestimmt schon einmal gesehen hat.

Wie du vielleicht gemerkt hast liebe ich es Fotos zu machen.

Ich bin auch immer dabei mich weiterzuentwickeln und Fotos zu machen, die noch interessanter sind, als die, die ich habe Und ich bin mir sicher, dass ich Ideen habe, die nicht für jeden gelungen wirken.

Kreative Ideen auszuprobieren und dabei auch vieles zu riskieren gehört für mich zum dazu, wenn man sich entschließt, dass die eigene Fotografie eine Kunst ist.

Ich plane etwas, und mit etwas Glück klappt der Plan. Ich plane nichts und mit etwas Glück klappt es besser als ich es mir erwartet habe.

Sonst habe ich mich mit einem Thema detailliert beschäftigt und kann beim nächsten Mal darauf achten meine Fehler zu wiederholen.

Zusammenfassung

Fotografieren ist mehr als ein Handwerk, für mich ist es auch die Kunst Situationen interessanter darstellen zu können, als sie es mit dem Auge sind. Ich habe versucht zu beschreiben, was es bedeutet bewusst Fotos zu gestalten und warum es für mich etwas sehr erfüllendes ist meine Bilder mit euch zu teilen.

Auch bei der Aufteilung der Bilder auf dieser Seite erkennt man, dass - auch wenn eine gewisse Diversität mein Ziel ist - sich doch einige Bilder tendentiell ähnlich aussehen. Man sieht aber auch wo ich in Zukunft noch hin möchte. Ich möchte mir noch mehr Zeit nehmen und überlegen, was man mit der Natur, mit Tier und Mensch fotografisch machen kann. Doch auch wenn man glaubt, es gibt nichts mehr zu fotografieren, so kann man sich beispielsweise vor Augen halten, dass es noch genug Tierarten gibt, dessen Verhalten ich noch nicht kenne, und es daher noch viele Herausforderungen gibt, die ich mir dadurch noch stellen möchte... Ich werde also weiter mit offenen Augen und mit einer Kamera in der Hand durch die Welt gehen und das sehen versuchen, was vielen verborgen bleibt.